Gruppenangebot für Angehörige suchtkranker Menschen
Die vergessene Mehrheit! - Angehörige von Suchtkranken!
Neues Gruppenangebot für Angehörige von Suchtkranken Menschen bei der Diakonie Roth - Schwabach
Jeden Mittwoch von 18:30 - 20:00 Uhr findet in den Räumen der Suchtberatung der Diakonie Roth - Schwabach in der Wittelsbacherstraße 4a, 91126 Schwabach, im Gruppenraum im 3. Stock ein Gruppenangebot für Angehörige von suchtkranken Menschen statt.
„Meine Freundin trinkt in letzter Zeit jeden Tag nach der Arbeit 1-2 Gläser Wein – zur Entspannung, wie sie sagt. Aber das geht jetzt schon ein dreiviertel Jahr so und ich mache mir Sorgen! Wenn ich sie drauf anspreche, wird sie aggressiv und es gibt Ärger. Was soll ich tun? Ist das noch normal?“
Solche und ähnliche Fragen werden uns häufig gestellt.
Wir wissen, dass Menschen die mit Suchtkranken zusammenleben, mit ihnen befreundet sind oder mit Ihnen zusammen arbeiten, leicht sich selbst aus dem Blick verlieren. Weil sie dem Betroffenen, der ihnen nahesteht, helfen wollen und darüber ihre eigenen Bedürfnisse vergessen.
Gerade wenn man eine Hilfe für andere sein will, ist es wichtig zuerst für das eigene seelische und körperliche Wohl zu sorgen.
Wir wissen heute, dass auf einen betroffenen suchtkranken Menschen 5 Personen in seinem Umfeld kommen, die ebenfalls unter seiner Erkrankung leiden.
Folgen dieses „Mit-Leidens“ an der Sucht des Angehörigen und des kräftezehrenden Bemühens, den Suchtmittelkonsum zu verhindern, sind häufig Depressionen, Ängste, Verzweiflung, verschiedene psychosomatische Krankheiten und manchmal eine eigene Suchtentwicklung.
Angehörige erleben sich oft hinsichtlich eines eigenen Hilfeersuchens in einer sich widersprechenden emotionalen Haltung. Einerseits wünschen sie sich nichts sehnlicheres, als dass der Angehörige aufhört, seinen Suchtmittelkonsum, sein Glücksspiel, seine Kaufsucht einstellt, damit es ihnen dann besser geht (Motto: Ändere du dich, damit es mir gut geht!) Andererseits stoßen sie mit ihren Bemühungen immer wieder an eigene Grenzen, die ihnen signalisieren, dass auch sie sich in ihrem Verhalten ändern sollten. Hierbei geht es ihnen dann ähnlich wie den betroffenen Partnern oder Partnerinnen. Sie stehen vor der Entscheidung, ob sie ebenfalls fremde Hilfe in Anspruch nehmen.
In der Suchtberatungsstelle Roth - Schwabach der Diakonie Roth - Schwabach werden schon immer Angehörige ebenso wie die Betroffenen beraten. Allerdings bislang nur in Einzel- oder Paargesprächen.
Durch die vielen Anfragen nach einer Angehörigengruppe möchte die Suchtberatung, diesem Anliegen und Notwendigkeiten durch ein Gruppenangebot entsprechen. Aber nicht nur Angehörige, sondern andere Menschen (Freunde), die sich durch unser Angebot angesprochen fühlen, sind in dieser Gruppe willkommen.
In dem Angebot wird es vornehmlich um den Austausch der Teilnehmer und Teilnehmerinnen selbst gehen, denn es ist bekannt, wie hilfreich und heilsam es ist, mit Menschen zu sprechen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie man selbst. Alle Teilnehmer/innen haben ein gemeinsames Anliegen. Sie können ihre Ängste abbauen, sie brauchen sich nicht erklären und nicht schämen und können erfahren, wie Andere mit schwierigen Situationen umgehen. Von der Leiterin der Gruppe werden die Gespräche moderiert und es können spezielle Themen auf Wunsch bearbeitet werden.
Sie können in der Gruppe anonym bleiben, wenn Sie es wünschen. Wir unterliegen der Schweigepflicht. Das Angebot richtet sich an alle Betroffenen, unabhängig von Konfession, Religion oder Weltanschauung. Es ist für Sie unverbindlich und kostenfrei.
Um telefonische Voranmeldung in unserer Hauptstelle in Roth (09171) 9627-0 wird gebeten!
„Mögen tat ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut!“
Karl Valenti

